Eine Hochzeit ist keine Entscheidung, die man zwischen Tür und Angel trifft. Sie will wohl überlegt sein; sicher kennt jeder den Spruch “drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bess’res findet”. Die Ehe kann in vielen Kulturen der Welt nur sehr schwer wieder aufgelöst werden und so ist eine Verlobung etwas sehr Bedeutsames. Nicht immer hatte sie ihre heutige romantische Konnotation. Sie war früher vielmehr das Versprechen des Bräutigams an die Eltern der Braut, ihre Tochter in seine Familie aufnehmen und finanziell für sie sorgen würde. Manche Traditionen haben aber bis heute Bestand – der Verlobungsring ist nur eine davon…

Verlobung damals und heute

Schon immer war eine geplante Eheschließung ein freudiges Ereignis. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es absolute Norm, irgendwann heiraten und eine Familie gründen zu wollen; freiwillige Singles gibt es erst seit wenigen Jahren als anerkannten Teil der Gesellschaft. Während wir die Ehe heute nicht mehr zur sozialen Absicherung brauchen und nicht auf Nachwuchs angewiesen sind, war das früher vollkommen anders. Das Ziel jeder Frau war eine aussichtsvolle Verlobung; das Ziel jedes Mannes war es, eine standesgemäße Ehefrau zu finden oder gefunden zu bekommen. In vielen Kulturen sind arrangierte Ehen und damit auch Verlobungen an der Tagesordnung, die alles bedeutende Frage des Mannes an seine Künftige wird nicht aus Liebe gestellt. Auch hierzulande wurden viele Ehen arrangiert, zumindest bei uns ist das heute anders. Ehen, die heute aus Liebe und auf vollkommen freiwilliger Basis geschehen, waren früher überlebensnotwendig. Partner und Kinder bedeuteten Absicherung im Alter und auch im Hier und Jetzt; außerdem war es gesellschaftlicher Standard, sich früher oder später zu verloben. Dieses Versprechen war aber auch oft rechtsbindend, das ist es heute längst nicht mehr.

Verlobung – und dann?

Die Eheleute haben sich gefunden oder wurden von ihrer Verwandtschaft einander vorgestellt, der Ring ist ausgetauscht… aber wie geht es jetzt weiter? Früher hatte das Versprechen der Ehe binnen eines Jahres eingelöst zu werden. Meistens begannen sofort nach der Überreichung des Verlobungsrings an die Dame die Vorbereitungen zur Hochzeit und es dauerte längst kein Jahr, bis sie verheiratet war. Höchstens in adeligen Kreisen war das anders, wenn die Frau schon als junges Mädchen versprochen worden war und erst das heiratsfähige Alter erreichen musste. In manchen islamischen Ländern ist das heute noch der Fall. Heutige Paare, die sich freiwillig aus Liebe verloben, halten sich ebenfalls gerne an das Jahr Verlobung, wobei sie es eher als ganzes Jahr sehen, in dem sie lediglich verlobt sind – danach wird geheiratet. Damit verschaffen sich beide noch Zeit, wenn sie sich vielleicht nicht hundertprozentig sicher sind, anderen ist einfach das Traditionelle an der Hochzeit sehr wichtig.

Die Tradition des Verlobungsrings

Obwohl die Tradition heute nicht mehr bei jedem Paar groß geschrieben wird, träumen doch alle Frauen von einem Moment: der, in dem der Mann vor ihnen auf die Knie geht, ein Schächtelchen hervorholt und sie ihren Verlobungsring zu Gesicht bekommen. Tatsächlich zeigen die verschiedensten Befragungen immer wieder, dass Frauen Diamantringe am schönsten Finden. Es muss zwar nicht immer ein echter Diamant sein, auch ein schöner Zirkonia-Stein erfüllt seinen Zweck – oder auch die Lieblingsfarbe der glücklichen Dame. Am besten ermittelt man die Ringgröße der Frau und macht sich dann alleine auf die Suche nach dem richtigen Verlobungsring. Vorsicht ist bei direkten Fragen geboten, was ihr gefallen könnte. Wenn der Mann ihre beste Freundin kennt, kann er die beiden natürlich auch auf Shopping-Tour schicken und der Freundin den geheimen Auftrag geben, die Liebste zu fragen, welchen Verlobungsring sie sich eigentlich wünschen würde – ein Trick, hinter den die meisten Frauen so schnell nicht kommen, wenn der Mann sonst nicht gerade ebenfalls mit der Freundin befreundet ist…